Pathologisches Spielen oder zwanghaftes Spielen, umgangssprachlich auch als Spielsucht bezeichnet, wird durch die Unfähigkeit eines Betroffenen gekennzeichnet, dem Impuls zum Glücksspiel oder Wettenzu widerstehen, auch wenn dies gravierende Folgen im persönlichen, familiären oder beruflichen Umfeld nach sich zu ziehen droht oder diese schon nach sich gezogen hat
Spielsuchtprävention
Entwicklungsstadien einer Spielsucht
Der Übergang vom spielerischen, entspannten Anfang zum gehetzten
und meist vergeblichen Aufholen von Verlusten ist fließend.
Die Betroffenen bemerken es in der Regel erst (zu) spät, dass aus einem
Freizeitvergnügen bitterer Ernst geworden ist. Der Prozess vom ersten positiven
Kontakt zum Glücksspiel hin zum pathologischen Spielen (Spielsucht) lässt sich in drei Phasen beschreiben.
Entwicklungsstufen
Am Anfang steht der große Gewinn! Das Anfangsstadium:
Werden mit dem Start ins Glücksspiel größere Beträge gewonnen, kann schnell
die Illusion entstehen, dass dies vom eigenen Geschick und der Kompetenz abhängt und
nicht vom reinen Zufall oder Glück. Gleichzeitig werden Verluste als persönliches
Versagen erlebt, verleugnet und bagatellisiert. Problematisch wird es, wenn ständig das Konto überzogen wird, Kredite aufgenommen werden,
Freunde "angepumpt" werden, um weiterspielen zu können.
Das Spiel wird ernst! Das Gewöhnungsstadium
Es beginnt in der Regel damit, dass vermehrt geliehenes Geld eingesetzt wird. Diese Darlehen werden soweit als möglich verheimlicht. Zugleich ist der Spieler davon überzeugt, die Schuldensituation wieder in den Griff zu bekommen ("Sobald ich keine Schulden mehr habe, höre ich damit auf").
Der Spieler entfernt sich immer mehr von Freunden und Partnern und isoliert sich.
Das Spiel ist aus! Abhängigkeitsstadium:
Ein "Freizeitvergnügen" wird zu einer alles Ganztagsbeschäftigung. Der Verlust von Beziehungen,
Arbeit und gesellschaftlicher Anerkennung sind die Ohne fremde, professionelle Hilfe kann dieser
Teufelskreislauf nicht mehr durchbrochen werden.
Selbsttest
Bin ich Spielsucht-gefährdet? Ein Selbsttest
Eine Spielsucht ist – wie andere Süchte auch –
eine gewohnheitsmäßige Abhängigkeit, die sich über viele Monate
oder sogar Jahre entwickeln kann. Ob man von einer Spielsucht
sprechen kann, hängt von vielen, z.T. individuell verschiedenen, Faktoren ab.
Anhaltspunkte für eine Glücksspielabhängigkeit oder Spielsuchtgefährdung
können z. B. folgende Verhaltensweisen sein:
* Sie verspüren das Bedürfnis um immer mehr Geld zu spielen
* Sie haben gegenüber Menschen, die Ihnen wichtig waren, über das Ausmaß Ihres Spielens lügen müssen.
Um sich selbst und Ihr Spielverhalten besser einschätzen zu können,
nehmen Sie sich doch ein paar Minuten Zeit und machen einen Selbsttest .
Der Test besteht aus 19 Fragen. Wenn Sie alle Fragen beantwortet haben,
erhalten Sie eine Übersicht über das Ausmaß des Gefährdungspotentials Ihres Spielverhaltens.
1. Beeinträchtigt das Spielen Ihre Leistungen in Arbeit und Freizeit?
2. Würden Sie sagen, dass Freunde und Verwandte Ihrem Hobby,
dem Glücksspiel, eher skeptisch gegenüber stehen?
3. Kam Ihnen schon mal der Gedanke,
sich mit illegalen Mittleln Geld für das Spielen zu besorgen?
4. Verwenden Sie das Glücksspiel manchmal als Vorwand,
um sich vor dem Stress des täglichen Lebens zu verstecken?
5. Dauern Ihre Spielsitzungen oft länger als ursprünglich dafür vorgesehen?
6. Beschleicht Sie nach Gewinnen das Gefühl, nicht aufhören zu dürfen und
die Glückssträhne weiter ausnutzen zu müssen, um mehr und mehr zu erspielen?
7. Hat Ihr Ruf unter Arbeitskollegen, Freunden und Verwandten bereits Schaden genommen?
8. Plagt Sie manchmal im Anschluss an Spiele oder Verluste das schlechte Gewissen?
9. Betrachten Sie das Spielen als eine Form Geld zu verdienen?
10. Sind Sie versucht, Verluste sofort durch höhere Einsätze wieder wett zu machen?
11. Spielen Sie öfters um Ihr letztes Geld?
12. Haben Sie jemals Geld ausgeliehen oder gar einen Kredit aufgenommen,
um Ihren Spieldrang zu finanzieren und Ihre Verluste auszugleichen?
13. Leidet Ihr Beruf oder Ihre Ausbildung unter Ihrem Spielverhalten?
14. Mussten Sie sich schon von Wertgegenständen trennen,
um wieder zu Geld zu kommen?
15. Waren Sie jemals unschlüssig, ob Sie Spielgeld für notwendige
Ausgaben wie Miete und Lebensmittel verwenden sollten?
16. Fühlt sich Ihre Familie durch Ihr Spielverhalten vernachlässigt?
17. Verursacht das Spielen bei Ihnen Schlafstörungen?
18. Hatten Sie aufgrund des Spielens schon das Gefühl nicht mehr weiter zu wissen?
19. Haben Sie aufgrund des Spielens und Ihrer Verluste schon mal ernsthaft an Selbstmord gedacht?
Wenn Sie mehrere dieser Fragen mit "JA" beantworten würden und Sie unsicher sind,
ob Sie sich und Ihre Glücksspiel-Leidenschaft noch im Griff haben,
wenden Sie sich an eine der aufgeführten Anlaufstellen:



